Ist Altersarmut weiblich ?

Der 10. Equal Pay Day, der Aktionstag für gleiches Entgelt, war Anlass für einen informativen Diskussionsabend in Lingen. Beate Bojer vom Leitungsteam der Frauengemeinschaft Brögbern-Damaschke begrüßte Nicole Verlage am 21. März 2017 als Referentin zum Thema Lohngerechtigkeit und Rente.
Der durchschnittliche Verdienst von Frauen liegt in Deutschland aktuell um 21 Prozent niedriger als der von Männern. Der „Tag für gleiche Bezahlung“ thematisiert diese immer noch bestehende Gehaltslücke.Um das Einkommen zu erzielen, das Männer bereits am 31. Dezember des Vorjahres hatten, müssen Frauen bis zum sogenannten Equal Pay Day des Folgejahres arbeiten.

Das bedeutet, dass Frauen umgerechnet 77 Tage (21 Prozent von 365 Tagen), also bis zum 18. März 2017 umsonst arbeiten.
Nicole Verlage, Gewerkschaftssekretärin von Verdi,referierte zum Thema „Die Rente muss auch morgen reichen.“ Für viele Menschen kann der Lebensstandard des Arbeitslebens mit Hilfe der gesetzlichen Rente nicht mehr aufrechterhalten werden.Dabei sind Frauen tendenziell eher von Altersarmut bedroht, denn die Rente ist ein Spiegelbild des Erwerbslebens.
In der anschließenden Gesprächsrunde wurden mögliche Ursachen und Lösungsansätze diskutiert. Oft sind Frauen in schlechter bezahlten Berufen und Branchen, in Teilzeit oder mit Unterbrechungen wegen Kinderbetreuung oder Pflege tätig. Sozial versicherte Vollzeitarbeitsplätze werden zugunsten geringfügiger Beschäftigung, Teilzeit und Leiharbeit zurückgedrängt.Auch Teilzeitarbeit ist vorwiegend weiblich.Während lediglich 4 Prozent der jungen Männer in Teilzeit arbeiten, tun dies immerhin 36 Prozent der jungen Frauen.
In der zwischenzeitlichen Pause wurden „79 % Kekse“, mit der fehlenden Verdienst-Ecke der Frauen gereicht und persönliche Ansichten ausgetauscht.
Als mögliche Lösungsansätze zeigte sich: Die tatsächliche Gleichstellung muss durch Vereinbarkeit von Beruf und Familie vorangetrieben werden. Dabei sollte die eigenständige Existenzsicherung von Frauen durch gesetzliche Vorgaben und gesellschaftliches Umdenken gesichert werden.
Abschließend wurden Forderungen formuliert, die an kommunale Politiker verfasst und versendet werden sollten, um auch politisch Stellung zu diesem Thema zu beziehen, besonders aus Frauensicht.
Frau Verlage wollte uns bei der Formulierung und den möglichen Ansprechpartnern helfen. So war dieser Abend nicht nur informativ, sondern er sollte auch aktiv etwas in Bewegung bringen.

Dorothea Pawelleck
Schriftführerin der kfd Brögbern– Damaschke

Weitere Bilder von der Veranstaltung:

 

Foto 546 Teamleiterin Beate Bojer bei der Begrüßung
Foto 565 Referentin Nicole Verlage
Foto 570 + Kekse kurze Pause und die„79 % Kekse“, mit der fehlenden Verdienst-Ecke der Frauen
Foto 600 Netz mit Stichpunkten
Foto 603 kfd Vorstand und Referentin
von links: Verena Freese, Beate Bojer, Nicole Verlage, Dorothea Pawelleck, Elisabeth Heinen, Irene Kroliczak, Renate Dombert

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